Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit und so weiter

„Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.“ Dieses Zitat von Albert Einstein klingt im ersten Moment sehr theatralisch, vielleicht auch etwas überspitzt. Dennoch ist es in Zeiten wie diesen aktuell wie nie. Was der Physiker und Nobelpreisträger bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts wusste, lässt immer mehr Menschen nachdenken und auch danach handeln. Vieles können wir nicht beeinflussen, es liegt schlichtweg nicht in unserer Macht. Gegen Krieg und Terror können wir wenig ausrichten, sogar der Klimawandel unterliegt nur bedingt den Werkzeugen des Einzelnen. Trotzdem gibt es ein Wort, das in letzter Zeit in aller Munde ist: Nachhaltigkeit. Nachhaltig essen, sich nachhaltig kleiden, nachhaltig leben. Aber was bedeutet das alles überhaupt? Die Definition laut Duden beschreibt nachhaltig als „sich auf längere Zeit stark auswirkend“. Ein Satz der, wie ich finde, schon sehr aussagekräftig daherkommt. Natürlich ist den meisten denkenden Individuen bewusst, dass ihr Handeln andauernde Folgen haben kann. Der Gebrauch von saisonalen und regionalen Produkten, Mülltrennung, Einsparung von lebensnotwendigen Ressourcen wie zum Beispiel Wasser – alles Aspekte die in den meisten Köpfen bereits angekommen sind. Fair Trade, Biobaumwolle, eigener Anbau im kleinen Rahmen, die Reduktion von tierischen Produkten und erneuerbare Energie sind relativ moderne Überlegungen für nachhaltiges Leben. Und sogar der bewusste Verzicht auf ein Auto ist für viele (junge) Menschen durchaus denkbar. Aber ist damit das Thema Nachhaltigkeit bereits abgehakt? Können wir die Akte schließen mit den Gedanken: Ein Großteil der Menschen lebt bereits nachhaltig? Sicherlich nicht. Denn erstens sind die oben genannten Punkte für die Masse noch alles andere als selbstverständlich und zweitens muss man an einem nachhaltigen Leben arbeiten – Tag für Tag. Ich möchte das Thema aber von einer ganz neuen Seite beleuchten. Schließen sich ein modernes Leben im digitalen Zeitalter und ein nachhaltiges Leben wirklich aus? Für mich lautet die Antwort: Nein! Denn überlegen wir uns doch einmal welche Vorteile uns diese schöne neue Welt beschert. Man möchte etwas nachlesen, haben irgendwelche Fragen – meistens sind wir von der Antwort nur einen Mausklick entfernt. Neue Kontakte knüpfen mit Menschen denen man im realen Leben nicht begegnet wäre, Freundschaften auch über große Distanz pflegen – auch das funktioniert dank des Internets einwandfrei. Ganz nebenbei spart man bei alltäglichen, bürokratischen Dingen, im Geschäftsleben wie im Privatem eine große Menge Papier. Die Umwelt wird es uns danken. Sogar der Stromverbrauch wird zukünftig digital geregelt. Und dank Solarzellen und Batterien, die zur Speicherung dienen (bedient wird das Ganze über Internet), wird damit dieses Thema sogar nachhaltiger als es je zuvor. Ich selbst habe dank des World Wide Web zu einer neuen Form der Ernährung und in weiterer Folge zu einer nachhaltigeren, glücklicheren Lebensführung gefunden. Man sieht: Die beiden Wörter „Nachhaltigkeit“ und „Digitalisierung“ sind oft sehr stark miteinander verknüpft. Natürlich schadet ein bisschen „elektronisches Detox“ nie. Einen ganzen Tag mit einem analogen Buch zu verbringen dessen Seiten aus Papier immer etwas speziell und deshalb so besonders riechen – was gibt es für Leseratten schöneres. Auch die Küche kann durchaus einmal kalt bleiben. Das klappt wunderbar mit der neuen Trendküche roh und vegan. Ein bisschen „Zurück zur Natur“ würde uns allen guttun. Schließlich ist das Thema Blackout leider gegenwärtig und wir sollten uns damit auseinandersetzen wie wir uns in so einem Fall und ohne elektronische Geräten verhalten müssen. Internetfreie Tage kann man auch wunderbar für zwischenmenschliche Pflege nutzen. Nicht über Social Media, in keinem Chatroom – sondern real. Von Angesicht zu Angesicht. Denn auch das gehört für mich zu einem nachhaltigen Leben: sich um Menschen zu kümmern, die einem wichtig sind. Nicht immer wegsehen, wenn es ungemütlich wird, sondern versuchen durch Gespräche ihnen ein Stück zu helfen. Dann hinterlassen wir nicht nur einen digitalen Fingerabdruck, sondern einer der viel wichtiger ist: im Herzen. Einstein wäre stolz auf uns.

©t’inspiration

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